Eike Lengemann informierte über Moorschutz: Jürgen Trittin war im MoorIZ zu Gast

  • Veröffentlicht am: 19. August 2017 - 17:56
Jürgen Trittin mit Mitgliedern des OV Wedemark, Foto Ute Lucka

Eike Lengemann, der Direktkandidat der GRÜNEN im Wahlkreis Nordhannover, hatte gemeinsam mit dem Wedemärker Ortsverband Jürgen Trittin, den Spitzenkandidaten der niedersächsischen GRÜNEN, zu einer Information über den Stand des Moorschutzes am Beispiel der Nordhannoverschen Hochmoore eingeladen. Vom S-Bahnhof Kaltenweide sollte es per Rad über die Nordhannoversche Moorroute bis zum MoorIZ, dem Moorinformationszentrum in Resse, gehen. Leider schüttete es am Freitagmittag wie aus Eimern. Die Teilnehmenden zeigten sich flexibel. Kurzentschlossen fuhr die ganze Gesellschaft mit der nächsten S-Bahn nach Bissendorf und von dort mit dem Linienbus nach Resse. Ein leistungsfähiger öffentlicher Personennahverkehr ist eben unerlässlich für eine klimafreundliche Mobilität. Neben einem stärkenden Imbiss, der sich auch ohne vorherige anstrengende Fahrradfahrt genießen ließ, gab es dann im MoorIZ geballte Informationen. Ludwig Uphues, der langjährige Sprecher des Aktionskreises Nordhannoversche Moorgeest, gab einen Überblick über die Geschichte und den gegenwärtigen Stand des Life+Projektes, das in die Wiedervernässung von Bissendorfer, Otternhagener, Helstorfer und Schwarzem Moor münden soll. Er appellierte eindringlich an die grünen Kandidaten, dem Thema Moorschutz eine hohe Priorität zu geben, nicht nur wegen der Bedeutung naturnaher Moore als Rückzugsräume für die bedrohte Tierwelt der Agrarlandschaft. Die Fähigkeit nasser Hochmoore, nicht nur das CO2 aus mehreren Tausend Jahren der Torfentwicklung unter Verschluss zu halten, sondern auch das CO2 der Gegenwart durch den Aufbau neuer Torfmoosschichten zu binden, lässt die Vernässung zu einem billigen und dennoch effektiven Beitrag zum Klimaschutz werden. Eike Lengemann konnte sich mit seinen politischen Schwerpunkten Verkehrswende, Agrarwende und Energiewende überzeugend darstellen. Er wies insbesondere darauf hin, dass der CO2-Ausstoß aus dem Verkehrssektor in den letzten Jahren weiter gestiegen ist. Hier muss umgesteuert werden. Ute Lamla, Regionsabgeordnete und Landtagskandidatin im angrenzenden Wahlbezirk Neustadt a.Rbge./Wunstorf, lenkte den Blick auch auf die Situation der weitgehend abgetorften Moore im nahen Gemeindegebiet von Neustadt a. Rbge. und auf das Thema einer tier- und umweltverträglichen Landwirtschaft, das ihr besonders am Herzen liegt. Jürgen Trittin schlug als ehemaliger Bundesumweltminister einen weiten Bogen von den Anfängen der Klimapolitik hin zu den heutigen Aufgaben. Die anfänglichen Erfolge bei der Energiewende reichen angesichts des unerwartet beschleunigten Anstiegs der Erdtemperatur längst nicht mehr aus. Die Kohleverstromung macht inzwischen die positiven Effekte bei der Erzeugung von Strom aus regenerativen Quellen zunichte. Der Ausstieg aus der Kohle muss daher durch Stilllegung der dreckigsten Kohlekraftwerke sofort angegangen werden. Die enge personelle Verflechtung zwischen der Politik und der Autoindustrie hat nicht nur die Entwicklung einer klimafreundlichen Mobilität verhindert und die Zukunftsfähigkeit der deutschen Autoindustrie in Frage gestellt. Sie ist auch verantwortlich für Tausende von vorzeitigen Todesfällen aufgrund von Luftschadstoffen aus Autoabgasen. Die Beiträge warfen scharfe Schlaglichter auf dringliche Herausforderungen der Zukunft, für deren Bewältigung starke GRÜNE gebraucht werden.