Ortsverband Wedemark

Cornelia Blume fordert Stärkung der medizinischen Versorgung

26.08.2026
Cornelia Blume fordert Stärkung der medizinischen Versorgung

Die Grünen Wedemark warnen vor einer deutlichen Verschärfung des Haus- und
Kinderärztemangels in der Gemeinde. Wie in vielen ländlichen Regionen fehlen
bereits heute schnelle Termine bei Hausärztinnen und Kinderärztinnen; der
demographische Wandel und die steigende Zahl älterer Bürger*innen verschärfen
die Lage weiter. Auch in der Wedemark gibt es erste Anzeichen, dass in naher
Zukunft Versorgungsprobleme auftreten werden.

Auch die Pressestelle der Ärztekammer Niedersachsen bestätigte den Niedergang an
geeigneten Landärzt*innen im nächsten Jahrzehnt durch eine fehlgeplante Anzahl von
Medizinstudienplätzen in Niedersachsen, die erst langsam wiederaufgebaut wird, z. B.
durch die „Landarztquote“, bei der junge Menschen auch ohne Traum-Abi einen
Studienplatz erhalten, wenn sie sich für eine Landarztstelle verpflichten, und begrüßten,
dass die Kommunen hier eigenverantwortlich Anreize schaffen wollen.

Um die Versorgung langfristig zu sichern, setzen die Grünen Wedemark auf ein
umfassendes Maßnahmenpaket. Der Standort soll für Mediziner*innen attraktiver
werden – unter anderem durch bessere Rahmenbedingungen für Praxisgründungen,
familienfreundliche Infrastruktur und gezielte Unterstützung durch die Gemeinde.
Gleichzeitig soll die ambulante Pflege gestärkt werden, um Praxen zu entlasten und
Versorgungslücken zu schließen.

Bürgermeisterkandidatin Cornelia Blume sprach dazu mit dem ihr gut bekannten
Landesvorsitzenden des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Niedersachsen e. V.,
Dr. Matthias Berndt, der selbst in der Wedemark wohnt. Dieser sagt: „Die
Hausarztpraxis vor Ort ist ein Stück kommunale Daseinsvorsorge, wo Hausärzte fehlen,
verliert eine Gemeinde ein wichtiges Stück Lebensqualität. Und natürlich möchte ich
selbst einmal im Alter hier gut versorgt werden!“

Ein zentraler Baustein sind hausärztliche Primärversorgungszentren (HPVZ) und
Versorgungsassistent*innen (VERAH) oder speziell weitergebildete medizinische
Fachangestellte die im Verbund medizinischen Aufgaben übernehmen oder
Hausbesuche anbieten. Die HPVZs müssten auch Facharztstellen im Rahmen der
Grundversorgung miteinschließen, dieser Schulterschluss sollte auch als „Versorgung
aus einer Hand“ in Gemeinschaftspraxen gefördert werden.
Cornelia Blume hat sich bei einem Besuch des Pflegedienstes Caspar Dase GmbH
persönlich ein Bild von der Situation gemacht. Der Termin zeigte eindrücklich, wie
dringend die ambulante Pflege im ländlichen Raum strukturell und finanziell gestärkt
werden muss.

Besonders groß ist der Bedarf an gerontopsychiatrischer und psychosozialer
Unterstützung, der bislang kaum abgedeckt wird. Auch Jugendliche ab 16 Jahren
benötigen angesichts digitaler Belastungen und Social Media zunehmend Beratung und
Prävention. Pflegedienste könnten hier – gemeinsam mit Schulsozialarbeit und weiteren
Akteuren – eine wichtige Rolle übernehmen. Voraussetzung ist ein kommunal
unterstützter Netzwerkaufbau, der interprofessionelle Zusammenarbeit stärkt.
Die Kommune sollte geeignete Rahmenbedingungen für Arztpraxen und Pflegedienste
im Sinne einer Willkommenskultur schaffen, um hier nachhaltige Strukturen zu
schaffen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Digitalisierung der kommunalen Verwaltungsprozesse,
die für Pflegedienste und Hausärzt*innen zentrale Schnittstellen darstellen. Während
viele Pflegeanbieter bereits vollständig digital arbeiten, bleibt die Gemeindeverwaltung
bisher in Teilen analog. Das führt zu Medienbrüchen, Verzögerungen und unnötigem
Aufwand. Die Grünen Wedemark fordern daher moderne, einheitliche digitale
Strukturen: standardisierte digitale Formulare, verbindliche digitale Workflows und eine
durchgängige elektronische Kommunikation zwischen Verwaltung, Pflegediensten und
weiteren Beteiligten.

Der Blick nach Skandinavien zeigt zudem, dass qualifizierte medizinische nicht ärztliche
Fachberufe in Praxisteams Aufgaben wie Impfungen, Beratung oder Monitoring
übernehmen können – und damit Hausärzte entlasten. Die hohe Qualität der lokalen
Pflegedienste belegt, dass solche Modelle auch in der Wedemark erfolgreich umsetzbar
sind.

Der in der Wedemark tätige Hausarzt Ingo Reimann äußert dazu: “Ich habe selbst
bereits gute Erfahrungen mit Versorgungsassistentinnen in Eigenverantwortung
gemacht – wenn die Gemeinde hier strukturelle Weichen stellt, sollten gut bezahlten
Stellen hier möglich sein.“

Die langjährige Ärztin Cornelia Blume fasst den politischen Auftrag klar zusammen:
„Aus vielen Gesprächen und Besuchen u. a. in der Wedemark weiß ich, wie groß der
Wunsch nach einer verlässlichen medizinischen Versorgung ist. 80 % der Menschen in
Deutschland fordern laut Forsa eine zentrale kommunale Anlaufstelle für
Gesundheitsfragen. Als Bürgermeisterin werde ich genau solche Zentren auf den Weg
bringen – und mehr noch: Ärztinnen und Pflegende sollen die strukturelle Unterstützung
erhalten, die eine stabile Versorgung im ländlichen Raum langfristig braucht.“

‹ Zur Liste