Ortsverband Wedemark

Grüne fordern ein Hitzeschutz-Aktionsprogramm für die Wedemark

07.09.2026
Foto by https://www.ccnull.de/fotograf/marco-verch-1/

Für ein umfassendes Hitzeschutz-Aktionsprogramm setzen sich die Grünen Wedemark ein. Ein entsprechendes Konzept hat die Partei jetzt vorgelegt.

„Die menschengemachte Klimakrise führt dazu, dass extreme Wetterereignisse unser Leben bedrohen. Dadurch treten in den Sommermonaten auch extreme Hitzewellen immer häufiger, immer früher im Jahr und über einen längeren Zeitraum auf. Hier sind Schutz und Vorsorge geboten“, schreiben die Grünen in ihrem Programm. „Hitze ist längst eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit, besonders für ältere und pflegebedürftige Menschen, für Menschen mit Vorerkrankungen, aber auch für Kinder.“

Laut Robert-Koch-Institut sind in diesem Sommer bereits mehr als 16.000 Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben.

„Hitzeschutz ist deshalb eine kommunale Pflichtaufgabe, die wir jetzt konsequent weiterentwickeln müssen“, betont Norbert Bakenhus, Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat. „Dafür müssen wir keine neuen Stellen in der Verwaltung schaffen, sondern die vorhandenen Kompetenzen besser vernetzen. Wenn Gesundheitsvorsorge, Bevölkerungsschutz, Klimaanpassung und Tierschutz Hand in Hand gehen, können wir Menschen und Tiere wirksam vor den Folgen extremer Hitze schützen und die Wedemark zukunftsfest aufstellen.“

Die Grünen fordern, den Hitzeschutz in der Gemeinde Wedemark als verbindliche Querschnittsaufgabe zu verankern und die bestehenden Maßnahmen ämterübergreifend weiterzuentwickeln. Ziel ist ein Maßnahmenplan, der insbesondere Kinder, ältere Menschen, pflegebedürftige und chronisch kranke Menschen sowie Menschen mit Behinderung besser vor Hitze schützt. Auch der Schutz von Haus-, Nutz- und Wildtieren soll künftig stärker berücksichtigt werden. 

Hierzu haben die Grünen einen 15-Punkte-Plan vorgelegt, der auch als Antrag in den Rat eingebracht werden soll. Hintergrund sind die zunehmende Zahl von Hitzeperioden. Extreme Hitze zählt bereits heute zu den größten klimabedingten Gesundheitsrisiken und stellt Kommunen vor neue Herausforderungen in der Gesundheitsvorsorge, der Klimafolgenanpassung und im Bevölkerungsschutz. 

„Unser Plan sieht vor, die vorhandenen Kompetenzen von Gemeindeverwaltung, Hilfsorganisationen und weiteren Akteuren besser zu vernetzen und einsatzfähiger zu machen. Gemeinsam mit den Feuerwehren, Sozialverbänden, Hilfsorganisationen und Gremien wie dem Seniorenbeirat soll bis Mitte 2027 ein abgestimmter Maßnahmenplan entwickelt werden. Zudem sollen Informationsangebote ausgebaut, Fördermöglichkeiten besser genutzt und die Bevölkerung frühzeitig und zielgruppengerecht über Schutzmaßnahmen informiert werden“, ergänzt Dr. Cornelia Blume, Bürgermeisterkandidatin der Grünen in der Wedemark. 

      1. Zu einem Hitzeschutz-Aktionsplan für die Wedemark gehört aus Sicht der Grünen:
        Einrichtung eines Hitzetelefons, das an Hitzetagen Hilfe vermittelt, ohne dass der Notruf 112 gewählt werden muss. / Einrichtung eines ambulanten Notdienstes mit Sanitätern, durch bzw. in Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen und ggf. der Feuerwehr.
      2. Förderung von Hitzepatenschaften in der Nachbarschaft zur Unterstützung alleinlebender älterer Menschen.
      3. Erstellen von individuellen Hitzeschutzkonzepten für Pflegeeinrichtungen in Zusammenarbeit mit den Trägern.
      4. Analyse der Hitzegefährdung von Kitas und Grundschulen/ Ausstattung von Kitas und Schulen mit Ventilatoren/ Klimageräten
      5. Hitzeschutzkonzepte bei Neubauten oder Sanierung von Kitas und Grundschulen (PV-betriebene Klimatisierung, Beschattung, Entsiegelung und Bepflanzung von Schulhöfen).
      6. Trinkwasserspender im öffentlichen Raum und Ausbau von Refill-Stationen in Kooperation mit Vereinigungen der Gewerbetreibenden.
      7. Schaffung von Cooling Points in öffentlichen Gebäuden und privaten Geschäften. Dort können sich besonders ältere Menschen oder Eltern mit kleinen Kindern aufhalten, ausruhen und abkühlen. Eine Karte kühler Orte sollte auf der Homepage der Gemeinde abrufbar sein.
      8. Konsequente Entsiegelung und Schaffung kühler Oasen in allen Gemeindeteilen, Anlage von Tiny Forests auf öffentlichen Plätzen zur Verbesserung des Micro-Klimas.
      9. Beratung und Unterstützung für die Installation von Hitzeschutzfolien an Fenstern.
      10. Förderung der Begrünung von Flachdächern und Fassadenbegrünung bspw. über die Förderprogramme der Gemeindewerke.
      11. Freier Eintritt im Spaßbad Mellendorf und am Natelsheidesee für alle Kinder unter 14 Jahren und eine Begleitperson an Tagen extremer Hitze.
      12. Auch Tiere leiden unter Extremhitze. Ein Hitzeschutzkonzept sollte auch den Schutz von Haus- Nutz- und Wildtieren berücksichtigen.
      13. Breite Information der Bevölkerung durch die Gemeinde über digitale Angebote (Homepage, Social Media), aber auch analog über Zeitungsanzeigen (HAZ, ECHO), Aushänge sowie Hauswurfsendungen, um insbesondere ältere Menschen zu erreichen.
      14. Beschattung von S-Bahnsteigen: Die geschützten Wartebereiche auf und an Bahnsteigen sollten ausgeweitet werden. Wartehäuschen neuer Bushaltestellen sollten nicht mit Glasdächern versehen werden, sondern Schatten spenden. Hier sollten Verhandlungen mit der DB bzw. Regiobus aufgenommen werden.
      15. Das Hitzeschutzkonzept soll in enger Zusammenarbeit insbesondere mit dem Klima- und Umweltteam der Verwaltung, dem Klima- und dem Seniorenbeirat sowie den Vertretungen von Schulen und Kitas umgesetzt werden.
‹ Zur Liste