Grüne stellen ihr Klimaschutz-Sofortprogramm vor

  • Veröffentlicht am: 29. August 2021 - 12:49

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Grüne stellen ihr Klimaschutz-Sofortprogramm vor
Grüne stellen ihr Klimaschutz-Sofortprogramm vor: Spitzenkandidatin Carolin Beulshausen,Bürgermeister-Kandidat Michael Papke (m.) und Norbert Bakenhus (Foto: Ursula Kallenbach,HAZ)



 

„Wir haben keine Zeit zu verlieren.“

Das Klimaschutz-Sofortprogramm Bündnis 90/ Die Grünen für die Wedemark

„Der UN-Klimabericht nimmt uns in die Pflicht, auch auf kommunaler Ebene. Wenn wir die Klimaziele des Pariser Abkommens erreichen wollen, müssen wir jetzt handeln. Für ein Weiter-so haben wir keine Zeit. Eine Kommune, die für sich in Anspruch nimmt, Wohlfühlgemeinde zu sein, muss insbesondere beim Klimaschutz nicht nur Mitläufer, sondern Vorreiter und Antreiber sein. Damit die Wedemark auch für künftige Generationen lebenswert ist.“ Das ist das Credo von Bündnis 90/ Die Grünen für ein Klimaschutz-Sofortprogramm für die Wedemark.

 

Solar-Biotope für klimaneutrale Energie bis 2035

Die Wedemark soll klimaneutral werden. Dazu gehört auch eine klimaneutrale Energieversorgung, also der Ausbau erneuerbarer Energie. Hier streben die Grünen die Errichtung von Solarparks auf bisher landwirtschaftlich (z. B. für Maisanbau) genutzten Flächen an. Da diese Solarpanele in beliebiger Höhe über dem Boden gebaut werden, können darunter – und zwischen den Solarmodulen - Biotope entstehen, die die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren ermöglichen.

Solar-Biotope: Grüner Strom und Artenvielfalt (Foto: Ralf Schnitzler, Gemeinsameinfachmachen.de)
Solar-Biotope: Grüner Strom und Artenvielfalt (Foto: Ralf Schnitzler, Gemeinsameinfachmachen.de)



 

Geeignet sind auch Ackerflächen, die früher Moore waren. Eine Wiedervernässung in Kombination mit einem Solarpark ist ein wertvoller Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

Ebenso ist aber auch eine landwirtschaftliche Nutzung möglich, beispielsweise der Anbau von Kartoffeln oder Erdbeeren. Diese kombinierte Flächennutzung ist überaus effektiv.

Solarparks können mit Biotopen oder Pflanzenanbau kombiniert werden.
Solarparks können mit Biotopen oder Pflanzenanbau kombiniert werden.

„Solarparks erzeugen 40-80 mal mehr Energie pro Hektar als der Anbau von Energiepflanzen wie Mais“, schreibt der Agrarwissenschaftler und Projektberater Ralf Schnitzler auf seiner Website Gemeinsameinfachmachen.de.

Für Landwirte, die hierfür Flächen bereitstellen, ergeben sich dadurch ganz neue Möglichkeiten, Erlöse zu erzielen. Zugleich werden sie zu aktiven Umweltschützern.

Die Grünen werden das Gespräch mit Landwirten suchen, um Partner für Ihre Pläne zu gewinnen. Die konkrete Umsetzung soll nach den Vorstellungen der Grünen durch die Gemeindewerke erfolgen, die bereits im Besitz des Leitungsnetzes sind. Ziel soll es sein, bis 2035 eine autarke Stromversorgung der Wedemark zu erreichen.

Neben dem Ausbau von Photovoltaik streben die Grünen auch an, 2% der Gemeindefläche für Windkraftanlagen an geeigneten Standorten auszuweisen. Eine Bürgerbeteiligung an den Planungen ist dabei unerlässlich.

Klimaschutz-Management aufwerten

Nach den Vorstellungen der Grünen sollte die Stelle der Klimaschutz-Managerin, die derzeit bei den Gemeindewerken angesiedelt ist, deutlich aufgewertet werden. „Das Klimaschutz-Management muss eine zentrale Rolle spielen auf dem Weg zur Klimaneutralität der Wedemark“, so Michael Papke, Kandidat für das Amt des Bürgermeisters. Gemeinsam mit den Gemeindewerken sollte sie unter anderem auch – in Zusammenarbeit mit Landwirten – den Ausbau von Solarparks koordinieren.

Bei privaten und gewerblichen Neubauten sprechen sich die Grünen für die verpflichtende Installation von Photovoltaik aus.

Mit der Einrichtung eines Klimafonds sollen Zuschüsse bei der Anschaffung von E-Bikes und Lastenrädern sowie bei Photovoltaik ermöglicht werden. Eine bevorzugte Förderung sollte für Menschen mit geringem Einkommen erfolgen.

Wohlfühlen auch mit dem Rad

Die Wedemark bezeichnet sich gerne als „Wohlfühlgemeinde“. Menschen, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, fühlen sich aber häufig nicht besonders wohl, so das Urteil der Grünen. „Das Radwegenetz der Wedemark ist ein einziger Flickenteppich“, kritisiert Carolin Beulshausen, die für die Grünen die Kandidatenliste für den Gemeinderat anführt. „Das Radverkehrskonzept, das seit Jahren vorliegt, muss endlich zügig und konsequent umgesetzt werden.“

Viele Orte der Gemeinde seien gar nicht mit Radwegen verbunden, viele vorhandene in schlechtem Zustand. Hier ist nach Ansicht der Grünen dringender Handlungsbedarf. Darüber hinaus müssten Gefahrenpunkte entschärft werden, die zum Beispiel bei Querungen viel befahrener Straßen bestünden. Innerorts sprechen sich die Grünen für Tempo 30 aus. „Das bringt mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer“, so Beulshausen.

Viele Radwege der Wedemark, wie hier in Resse, enden im Nichts.
Viele Radwege der Wedemark, wie hier in Resse, enden im Nichts.



 

Der geplante Radschnellweg von Hannover nach Langenhagen sollte nach Vorstellungen der Grünen bis in die Wedemark verlängert werden. Für die dadurch entstehende Flächenversiegelung müssten ökologische Ausgleichsmaßnahmen erfolgen.

Zu einem umfassenden klimafreundlichen Mobilitätskonzept gehören für die Grünen außerdem

  • Mietstationen für Lastenräder an größeren Wohngebieten, um z. B. Einkäufe ohne PKW zu erleichtern
  • Der Ausbau von Ladestationen für E-Bikes und -Autos beispielsweise auf Parkplätzen von Supermärkten
  • Einrichtung einer kommunalen Plattform für Fahrgemeinschaften von Berufspendlern, denn jedes Auto, das nicht fährt, ist ein grünes Auto.

Bürgermeister Michael Papke: Kompetenz für die Wedemark

„Wir brauchen in der Wedemark einen Bürgermeister, der es wirklich ernst meint mit Klimaschutz und Verkehrswende, der aus der Region kommt und der außerdem etwas davon versteht, verantwortungsvoll mit Steuergeldern umzugehen. Dafür trete ich an“, sagt Michael Papke, der für die Grünen nicht zuletzt seine Expertise als Jurist und Finanzexperte in die Wagschale wirft. „Ich werbe um Ihre Stimme – wir haben keine Zeit mehr zu verlieren.“