Warum die Eltern demonstrieren: Kita Kranichweg: Gibt es Alternativen?

  • Veröffentlicht am: 2. September 2021 - 18:44

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Angela Klingrad und Marco Kurz von den Grünen bei der Kita am Kranichweg © Klingrad

Spätestens seit 2017 ist klar, dass die Kindertagesstätte Kranichweg sanierungsbedürftig ist, denn in diesem Jahr ist ein Mietvorvertag geschlossen worden. 2019 stellte sich dann heraus, dass die Stätte nicht sanierungswürdig ist, sonder neu gebaut werden sollte. Es wurde ein Vertrag zwischen der evangelischen Kirche und der Gemeinde Wedemark geschlossen, dass auch zukünftig die Kirche die Trägerin ist und die Betreiberin die Gemeinde Wedemark. Es soll ein Gebäude errichtet werden, welches dann Platz für 90 statt 60 Kinder bietet.

Ende 2019 wurde eine Planungsleistung für einen Neubau vom Rat beschossen. 2020 gab es dann einen Bebauungsplan04/22A, für das Gebiet der Kindertagesstätte. Ende 2020 wurde ein Erbbaurechtsvertrag abgeschlossen für den Bau einer Kita mit 105 Plätzen. Der Altbau soll nach Fertigstellung des Neubaus abgerissen werden. Im Text für den Rat heißt es dazu: „Die verschiedenen Planungsvarianten liegen der Gemeinde vor.“ Den Ratsmitgliedern wurden die Pläne nicht vorgelegt.

2020 gab es Auftragserteilungen für Ingenieurleistungen, Tragwerksplanungen, Planung Außenanlagen, technische Gebäudeausrüstung, die nicht im Rat behandelt wurden. - Unter bestimmten Umständen darf man schon vor Gültigkeit eines Bebauungsplanes tätig werden.- Im September 2020 wurde der Bebauungsplan 04/22A aufgestellt und dessen Auslegung beschlossen. Die Auslegung habe dann im März/April 2021 stattgefunden. Am 12.7.2021 gab es für diesen Bebauungsplan den Abwägungs -und Satzungsbeschluss mit der Folge, dass dieser gültig wurde.

Es war Konsens, dass die Gemeinde Wedemark mehr Kitaplätze anbieten muss, und somit gebaut oder erweitert werden muss. Dass aber nach 5 Jahren noch keine Entwürfe für die neue Kita vorgelegt wurden, ist sehr zu bemängeln. Und natürlich sollten auch die Eltern einbezogen werden, wenn es um ihre Kinder geht. Und was könnte für Familien wichtiger sein als der Kindergarten ? Daher haben die Eltern demonstriert.

Geplant ist, nur soviel wissen wir, ein eingeschossiger Bau, zurückgesetzt vom jetzigen Standort. „Alternativen bestehen ... aus Sicht der Gemeinde ... nicht“ heißt es im Bebauungsplan.- Der Neubau soll entstehen, während der Betrieb im alten Gebäude weiterläuft. Das bedeutet, dass fast alle Bäume gefällt werden müssen. 4 große alte Bäume im Westen des Grundstückes wurden bereits gefällt, um eine Baustraße zu ermöglichen. Auf dem Grundstück stehen weitere große alte Bäume. Unter anderem amerikanische Roteiche, eine Baumart, die gut mit heißerem und trockenerem Klima fertig wird. Es blutet einem das Herz, wenn man sieht, was für einen Garten die Kinder heute haben und welch kahle kleine Fläche es in Zukunft sein wird.

Es wird Ersatzpflanzungen geben, aber bis aus Bäumchen Bäume werden und in nennenswertem Maße Schatten spenden, CO2 aufnehmen und Sauerstoff abgeben, werden viele Jahre vergehen.

Bei den Betrachtungen der Gemeinde waren die Auswirkungen auf das Klima untergeordnet. Da heißt es: „Erhebliche Beeinträchtigungen der Schutzgüter Luft und Klima sind durch die Planung nicht zu erwarten.“ Oh doch: Es ist erheblich, ob die Kinder im Park spielen können oder auf kleiner kahler Fläche! Es ist zu hoffen, dass die Pläne zum Neubau einer Kita am Kranichweg überdacht und überarbeitet werden, damit die Kinder auch in Zukunft mit der Natur aufwachsen dürfen. Es gibt mit Sicherheit Alternativen! Für diese Alternativen setzen wir uns ein, um den Baumbestand zu erhalten.