Ein Mobilitätskonzept für die Gemeinde Wedemark

  • Veröffentlicht am: 2. Juli 2018 - 20:36
swantje_michaelsen©Sven Brauers

Was beinhaltet ein umfassendes Mobilitätskonzept für die Gemeinde Wedemark – zu dieser Frage hatte die Ratsfraktion der GRÜNEN Herrn Jörn Janssen von dem seitens Gemeinde beauftragten Büro SHP Ingenieure in eine öffentliche Fraktionssitzung am 23.04.2018 eingeladen. Ebenfalls mit dabei war auch Swantje Michaelsen, die verkehrspolitische Sprecherin der GRÜNEN Fraktion in der Regionsversammlung.

 

„Es gibt an so vielen Stellen der Gemeinde verkehrliche Probleme, die angegangen werden müssen. Es darf aber nicht bei Einzelmaßnahmen bleiben. Wir brauchen ein umfassendes Mobilitätskonzept“, benannte Wilhelm Lucka als Fraktionsvorsitzender die Motivation zu diesem Gesprächsabend.

 

Herr Janssen erläuterte, dass jede Gemeinde ein speziell auf sie zugeschnittenes Mobilitätskonzept brauche. Einem schlüssigen Radverkehrskonzept komme ein hoher Stellenwert zu, wenn der Anteil des Pkw-Verkehrs am Gesamtaufkommen reduziert werden solle. Eine Änderung der Anteile am Gesamtaufkommen sei aber nicht ohne Änderung der Verkehrsinfrastruktur zu erreichen. An konkreten, realisierten Beispielen aus anderen Gemeinden zeigte er auf, wie Straßen zugunsten einer fairen Verteilung auf die verschiedenen Teilnehmer umgestaltet werden können.

 

Swantje Michaelsen zeigte sich aufgrund ihrer Erfahrungen mit der mangelhaften Umsetzung des Masterplanes der Stadt Hannover eher skeptisch gegenüber derartigen Konzepten, sah sie aber durchaus als wichtiges Element der politischen Willensbildung vor Ort. „Die Zusammensetzung des Verkehrs bestimmt wesentlich die Lebensqualität aller, der Verkehrsteilnehmer und der Anwohner der Straßen - ganz abgesehen von den Auswirkungen auf das Klima. Die Politiker vor Ort müssen die Verantwortung dafür übernehmen, unabhängig davon, welchen Straßenverkehrsträger sie jeweils vor sich haben“, betonte sie. Sie forderte zusätzliche Angebote für alle, die noch nicht die möglichen Wege mit dem Rad machen.

 

Engagiert warb sie für eine Mitarbeit beim Aktionsforum Mobilität der grünen Regionsfraktion. „Unter dem Motto „Mitdenken, mitplanen, mitmischen“ wollen wir gemeinsam überlegen, welche Initiativen für eine nachhaltige Mobilität wir in diesem Jahr in Angriff nehmen wollen. Wir hoffen, dass auch aus den Umlandgemeinden viele mitmachen, denn die Mobilitätspolitik in der Region können wir nur gemeinsam bewegen. In diesem Sinne hat die grüne Fraktion in der Regionsversammlung auch bereits gegen eine Ausdünnung der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur im ländlichen Raum, besonders durch Angebotsverschlechterungen im Regionalbusliniennetz, Stellung bezogen.

Auch die Grünen Fraktion im Gemeinderat sieht für die Erarbeitung und vor allem zügige Umsetzung eines Radverkehrskonzeptes eine hohe Priorität. „Dabei geht es nicht nur um den Freizeitverkehr. Es geht besonders um den Alltagsverkehr, um Radfahrten zum Einkaufen, zur Schule, zu den Sportstätten und Kindergärten. Es geht um gefahrlose Wege für Kinder, um durchgängige Wege, die auch für E-Bikes, Gespanne mit Anhänger und Lastenfahrräder sicher zu befahren sind. Hier ist ein großes Potential zur Vermeidung von Autoverkehr mit all seinen schädlichen Wirkungen auf Mensch und Umwelt“, so Fraktionssprecher Wilhelm Lucka.